Auf den Spuren der Römer durchs Blaue Land


Neuer Rundweg lädt zur Zeitreise mit Zugspitz-Blick

Kaiser Constinus gibt die Richtung auf dem 35 Kilometer langen Themenweg an, der durch die Geschichte, durchs Moor und zu bayerischen Bilderbuchdörfern führt


Vor 2000 Jahren schon war das Murnauer Moos Überschwemmungsgebiet und nicht immer passierbar. Auch für Römer nicht, die über die Alpen kamen und zur Provinzhauptstadt Augsburg gern den direkten Weg nahmen. Am Hügel legten sie eine trockene Alternativtrasse an – und schufen die Voraussetzung dafür, dass Radler und Wanderer heute den Spuren der Eroberer auf einem echten Rundparcours folgen können. Auf dem soeben neu eröffneten Themenweg durch Murnau und das Blaue Land gibt Kaiser Constinus II. die Richtung an. Wer den Münzen mit seinem Konterfei folgt, reist nicht nur durch die bewegte Historie, sondern auch zu bemerkenswerten Naturdenkmälern und bayerischen Bilderbuchdörfern mit Zugspitz-Blick.


Ausgangspunkt des neuen Römerwegs ist das Staffelseestädtchen Murnau. Von hier aus führt er durchs Murnauer Moos, die größte zusammenhängende Moorlandschaft der Alpen mit ihrer einzigartigen Flora und Fauna. Mitten im Naturschutzgebiet liegt der idyllische Moosbergsee – ein einstiger Steinbruch, der sich längst mit Wasser gefüllt hat, zu Beginn unserer Zeitrechnung aber noch ein stolzer Hügel war. Ausgrabungen belegen, dass die Römer hier zwischen 260 und 400 nach Christi eine ihrer so genannten Höhensiedlungen errichtet hatten, die Sicherheit vor germanischen Übergriffen versprachen.


In diese Epoche fällt auch die Regentschaft von Kaiser Constinus II., der als Piktogramm weiter durchs Moor und dann entlang der Loisach bis nach Eschenlohe leitet. Das Bilderbuchdorf mit seinen farbenfrohen Lüftlmalereien an den Häuserwänden und den urigen Gasthäusern ist der perfekte Ort für eine erste Rast. Wie wär’s mit bayerischen Schmankerln oder vielleicht einem leckeren Römertopf?


Frisch gestärkt geht’s zum Kalvarienberg mit seinen legendären Schwefelquellen. Beim Bau einer Wasserleitung förderten Einheimische hier schon im 19. Jahrhundert römische Münzen zutage, die zu Constinus Zeiten verloren gegangen sein müssen. Den Bauch des Kalvarienberges, in dem die Firma Messerschmitt-Bölkow im Zweiten Weltkrieg übrigens Flugzeugteile fertigte, durchquert man im „Fledermausstollen“, einem ca. 150 Meter langen Tunnel, der seinem Namen alle Ehre macht. Wer mag, unternimmt von hier aus einen kleinen Abstecher zur St. Nikolaus-Kapelle, die seit 1628 oben auf dem Kalvarienberg thront – an der Stelle, an der im 13. Jahrhundert die Grafen von Eschenlohe residierten und ihren Einfluss bis Südtirol geltend machten. Als sichtbares Zeichen einstiger Macht übrig geblieben ist heute allerdings nur noch der alte Burggraben.


Zurück nach Murnau geht’s über das romantische Örtchen Ohlstadt und die Hochwassertrasse der Römer, die am Heuberg verläuft und deren Auf- und Abstiegsrampen bis heute überdauert haben.


Insgesamt weisen 40 Römermünzen mit dem Konterfei des Kaisers den Weg, zusätzlich geben Tafeln an markanten Standorten interessante Hinweise und Detailinformationen. Ab nächstem Frühjahr werden geführte Radeltouren über den neuen Römerweg angeboten, die vier bzw. sechs Euro (ohne Gästekarte) kosten und einen halben Tag dauern.


Weitere Informationen:

Tourismusgemeinschaft Das Blaue Land
c/o Tourist-Information Murnau
Kohlgruber Straße 1

82418 Murnau a. Staffelsee

Tel.: 08841/6141-0
Fax: 08841/6141-21
info@dasblaueland.de
www.dasblaueland.de
www.murnau.de
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